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Ein Nebenjob als Escort Dame?

separee
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Séparée

In Séparée Nr. 23 berichtete die Zwangsprostituierte Charlotte über die Schattenseiten der Erotikbranche. Dass Sex-Arbeit auch anders sein kann, zeigt die Escort Agentur Daphne’s. Die Geschäftsführung hat mit uns über die Pro- und Contra- Aspekte der bezahlten Liebe gesprochen.

„Häufig haben wir mit Bewerberinnen zu tun, die über wenig bzw. keine Erfahrungen im Pay-Sex-Bereich haben. Daher weisen wir die Damen drauf hin, dass wir Wert auf seriösen Begleitservice legen“, betont die Geschäftsleitung der Escort Agentur Daphne’s. Obwohl Prostitution in Berlin ab 18 Jahren erlaubt ist, werden in der Agentur nur Damen, die älter als 21 Jahre sind, gelistet. Nicht nur dass die Berliner Behörden sich damit wohler fühlen, sondern auch ethische Gründe spielen für die Betreiber eine Rolle. Auch wird der Dame mitgeteilt, dass die sexuelle Komponente fast immer ein Bestandteil der Begegnung mit dem Klienten ist. Reine Begleitung ist ein äußerst seltenes Phänomen.

It´s a match

Die Escorts der Daphne´s GmbH sind selbständig tätig und daher immer in der Lage, ein Date anzunehmen bzw. abzulehnen. Die Aufgabe der Agentur ist es, Informationen zu Wünschen und Erwartungen des Klienten zu beschaffen und diese richtig zu deuten. Nationalität, Alter, Gewicht, Größe des Buchers und seine sexuellen Vorlieben werden an die Dame weitergeleitet. Nur so kann eingeschätzt werden, ob der Gentleman und die Begleitdame zueinander passen. Falls Sie sich fragen, warum die Nationalität des Buchers erwähnt wird, ist die Erklärung ganz einfach: Einige Berliner Damen haben einen „exotischen“ Background und möchten unerwünschte Begegnungen mit den eigenen Landsmännern vermeiden.

Bevor eine Dame durch die Agentur vermittelt werden kann, muss sie ihre Präferenzen im Hinblick auf Altersgrenzen bei Buchern, sexuelle Vorlieben, Preisgestaltung usw. angeben. Bei den meisten Dates bleibt alles Vanilla. Manchmal wird die griechische oder sapphische Liebe angefragt, aber nicht jede Begleitdame bietet diesen Service an.

Gehobenes Klientel und faires Honorar

Daphne´s positioniert sich bewusst als Premium- und nicht als Luxus-Marke. Die markantesten Unterschiede liegen in der Buchungsdauer und selbstverständlich im Preisniveau. Kurze Dates für eine Stunde à 250 Euro werden von einigen Damen gerne angeboten und von der Agentur vermittelt. Im Luxussegment liegt die Verabredungsdauer bei mindestens 2 Stunden und das bei einem durchschnittlichen Preis von 600 Euro. Auch die Provision beträgt nur 25 bis 30 % vom Honorar und nicht 40 %. Kurze Info nebenbei: Falls Sie sich nach der Lektüre dieses Artikels mit dem Gedanken beschäftigen, eine Callgirl Karriere zu starten, 50 % Courtage ist sehr unüblich und riecht nach Wucher.

Der Internetauftritt der Escort Agentur Daphne’s lässt sich durchaus als ästhetisch anspruchsvoll beschreiben, was wiederum eine bestimmte Zielgruppe anzieht. Das durchschnittliche Alter der Bucher liegt zwischen 35 und 50 Jahren. Nicht nur die Optik der Damen, sondern vor allem ihre Authentizität und eine gewisse Bildung spielt bei dieser Klientel eine entscheidende Rolle. Die Begleiterin soll der Tätigkeit nur nebenberuflich nachgehen, also kein Profi sein; darauf legen die Gentlemen einen hohen Wert.

Die Daphne’s Agentur verwendet bewusst nur wenig retuschierte Bilder der Damen, was recht ungewöhnlich in der Branche ist. Unrealistische Fotografien wecken falsche Erwartungen. Die Chance, dass sich ein Herr getäuscht fühlt und die Dame dies zu spüren bekommt oder sogar gleich nach Hause geschickt wird, ist hoch. Für alle Parteien ist es kein schönes Erlebnis. Besonders beim Pay-Sex gilt „Caveat emptor“. Perfekte Hochglanzfotos, Silikon, aufgespritzte Lippen und Tattoos sind eher nachteilig im höheren Segment. Natürlichkeit ist von Vorteil.

Sicherheit

Ist Escort demnach Rosenduft und Mondschein, nur weil die Dame das Glück hatte, eine seriöse Agentur zu finden? Überhaupt keine Nachteile oder vielleicht doch gefährlich? Hier teilt die Geschäftsführung mit, dass gewisse Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um das Risiko für die Begleitdamen zu minimieren. Ein Date wird nur vermittelt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Die Verabredung findet im Hotel statt, Hausbesuche nur bei bekannten Buchern. Name und Zimmernummer werden der Agentur vor dem Date mitgeteilt. Es ist üblich, einen Kontroll-Anruf zu tätigen. So geht man sicher, dass es sich um keine Spaßbuchung handelt und der Interessent tatsächlich existiert. Außerdem soll der Anruf signalisieren, dass die Begleitdame nicht allein tätig ist, sondern eine Agentur im Rücken hat.

Des Weiteren vermittelt die Daphne´s GmbH keine kurzfristigen Dates nach 22:00 Uhr, da es in der Tat eine höhere Chance gibt, dass Alkohol oder Drogen konsumiert werden. Apropos Genussmittel, 1-2 Gläser Wein können die Stimmung während der Verabredung lockern, zu starker Alkoholkonsum kann aber zum Abbruch eines Dates führen. Die Geschäftsführung will nicht päpstlicher als der Papst erscheinen und gibt zu, dass bei gelegentlichem Kokain-Gebrauch nicht alle Damen sofort das Weite suchen werden, mitmachen werden sie aber nicht.

Und wie sieht es mit der Anonymität der Damen aus? Es sollte selbstverständlich sein, dass die Escorts ihre Klarnamen nicht preisgeben und nur unter einem Alias im Internet erscheinen. Daphne´s empfiehlt den Frauen, sich nicht mit dem ganzen Gesicht auf der Webseite zu präsentieren. Profilaufnahmen reichen vollkommen aus. Darüber hinaus können die Damen ihre Hände, Haare oder Accessoires einsetzen, um das Gesicht während des Shootings zu verhüllen.

Quid mit Datenschutz und Geschlechtskrankheiten?

Das neue Prostitutionsschutzgesetz verpflichtet die Sex-Worker, beim zuständigen Ordnungsamt vorzusprechen und sich als solche zu registrieren. Eine Bescheinigung wird ausgestellt, die alle zwei Jahre erneuert werden muss. Dies schreckt viele Damen ab, was nachvollziehbar ist. Jedoch sei drauf hingewiesen, dass die im Zusammenhang mit der Anmeldung erhobenen personenbezogenen Daten spätestens drei Monate nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der Anmeldebescheinigung zu löschen sind. Die Empfänger personenbezogener Daten sind über die Löschung unverzüglich zu informieren und auf ihre Pflicht zur Löschung hinzuweisen.

Darüber hinaus müssen alle Sex-Arbeiter an einer medizinischen Beratung teilnehmen. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um eine medizinische Untersuchung, sondern um eine Aufklärung im Hinblick auf gesundheitliche Risiken und die Kondompflicht.

Auch Betreiber müssen sich ihre Geschäftstätigkeit vom Gesetzgeber genehmigen lassen. Die Behörde prüft u.a. ob keine Vorstrafen existieren, Steuern in der Vergangenheit gezahlt wurden und ob das Betriebskonzept rechtens ist. Frauen, die am Gedanken der Escorttätigkeit Gefallen finden, sollten sich ausschließlich an lizenzierte Betriebe wenden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die seriöse Escorttätigkeit durchaus mehr Vor- als Nachteile mit sich bringt. Nicht nur monetäre Aspekte versüßen den Alltag der Damen, sondern auch der geringe zeitliche Aufwand. Die nebenberufliche Ausübung ist tatsächlich empfehlenswert. Schließlich soll jede Verabredung Neugier und Vorfreude auslösen und nicht zum tristen Alltag werden. Genauso wie im richtigen Leben!

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